Willkommen

Vorrangig möchte ich hier meine Gewandung ein wenig zeigen. Vielleicht sogar die eine oder andere Beschreibung, wie ich sie gemacht habe oder woher die Idee oder Inspiration dazu stammt. Sicherlich werden sich hier auch andere Einträge und Bilder finden. Denn die Recherche für ein Kleid macht oft mehr Spaß als die wirkliche Umsetzung.
Wir werden sehen, denn erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt ... und das Leben geht sowieso wie es will und nicht wie man selbst es gerne hätte ;-)

Samstag, 19. Mai 2012

Reisekleidung

Aus aktuellem Anlass habe ich mich mit meinem „Reiseensemble“ beschäftigt.

Da für die Darkover-Con im Mai 2008 eine An-Reise als Ausgangssituation des Plot angesetzt war, habe ich mir damals eine Reisegewandung genäht. Ich hatte im Kopf, dass ich es mir erst für die Expedition im April 2009 gemacht hätte, aber die Bilder aus Beilstein belehrten mich eines besseren. 

Der Gedanke für diese Reisegewandung war die Situation der Reise durch die Berge, ob es nun die Kilghards oder die Hellers waren. Die Pfade sind schmal und die Berge steil. Und die Vorstellung mein Charakter würde im Damensattel mit Rock einen solchen Pfad entlang reiten fand in meiner Vorstellung wenig Anklang. Entweder sitze ich so auf meinem Pferd im Damensattel, dass ich sehenden Auges in den Abgrund springen könnte oder ich sehe nicht, wie nah mein Pferd dem Abgrund kommt und kippe rückwärts diesen herab. Beides nicht sehr erquicklich für eine Dame. Also habe ich mir gedacht, dass auch eine Dame bzw. eine Leronis auf solchen Pfaden im Herrensitz reitet. Niemals würde sie sich dabei aber unschicklich kleiden oder Bein zeigen (zumindest wenn es meine Charaktere sind). Also musste etwas her, das schicklich, sicher und praktisch war.
Eine Rockhose die so weit ist, dass man beim normalen dieser Hose nicht sieht, dass es eine solche ist und somit der Anstand gewahrt wird.
Darüber wollte ich von Anfang an eine Reitjacke tragen, wie sie Marianne in „Pakt der Wölfe“ trägt.
Von irgendwoher hatte ich diverse Meter an einem braun-melierten (anders kann ich das nicht umschreiben) Baumwollstoff. Er knittert zwar leicht, aber nach all den Jahren finde ich die Stoffwahl immer noch passend.

Schnitte

Rockhose:

Seite aus "Burda Moden"
Ausgabe September 1989
Dafür habe ich alte Schnittmuster und Burdas meiner Mutter durchforstet. Damals hatte ich noch so ziemlich gar nichts an eigenen Schnittvorlagen.
Und ich bin fündig geworden:
Zum einen habe ich in meiner Schnittmustertüte für den Hosenrock das Burda-Schnittmuster 8382 gefunden. Da die im Muster angegebenen Postleitzahl noch vier-stellig ist, ist es von vor 1990.
Das andere sind Seiten und der Schnitt aus einer alten Burda-Moden, Ausgabe September 1989.


Reitjacke

Collage "Pakt der Wölfe"
Die Schnitte sind selbst entworfen und ich muss sehr stark in meiner Erinnerung kramen, wie ich das damals gemacht habe.
Vorlagen waren glaube ich unter anderem:
-    Einige Bilder aus „Pakt der Wölfe“
-    Mein allererstes Schnürmieder
-    Mein schwarze Weste aus den 90ern
-    Das „Zuschneide“ Buch meiner Mutter aus ihrer Lehre

Aus dem ganzen habe ich mir dann den Schnitt für die Reitjacke zusammen gewurschtelt.



Ausführung

Da werde ich mich bei beiden nicht großartig auslassen, weil ich es einfach auch nicht mehr weiß. Ich werde einfach nur die wichtigsten Eckpunkte aufzählen

Rockhose

Die Hose wurde gefüttert, da der Stoff doch etwas kratzig war und das Ganze auch etwas warm sein sollte. Ich habe es geschafft, einen verstärkten Bund anzusetzen, einen Reißverschluss vorne einzunähen und die Falten der Hose am Bund so zu legen, dass man ihn nicht sofort sieht.
Das Futter innen ist oben angenäht ist aber ansonsten lose. Also zwei Hosenröcke ineinander.

Reitjacke

Die Jacke ist ebenfalls gefüttert und sogar noch einmal wattiert. Theoretisch hätte ich sie noch stärker wattieren können, um einen wirklichen Wärmeeffekt zu erreichen. Misslungen sind mal wieder die Ärmel. Die weiten Umschläge, die ich geplant hätte, haben nicht ganz so funktioniert wie geplant. Das wird bei einer möglichen 2.Auflage der Jacke hoffentlich besser.

Wie man an ein paar Bildern vom Beilstein-Plot sieht, hat die Kleidung dann auch gleich einigen Einsatz durchgestanden (für meine Verhältnisse).
 
 

 


 Ein Jahr später kamen ein Rock und eine Weste aus Gobelin-Stoff dazu. Liebevoll auf der Con dann  "Das Chaiselonge" getauft. Der Rock wird auch unter meinem roten Renaissance-Kleid getragen, welches auf der Beilstein-Con 2008 ebenfalls seinen ersten Einsatz fand und noch mit einem grünen Rock getragen wurde.
"vornehme" Reisekleidung mit Rock und Weste




Donnerstag, 17. Mai 2012

Vinland - Gewandung

Inzwischen hatte ich im Januar meinen ersten Einsatz mit einer kleinen Rolle als Vinländerin.
Es hat ziemlichen Spaß gemacht, so dass ich die Rolle für weitere Feiern in der Halle des Jarls zu Geiranger spielen werde. Oder andere Anlässe in der Halle.

Bisher ist die Gewandung noch sehr minimalistisch, wird aber sicherlich noch an Ausstattung und Ausschmückung wachsen und gedeien.
Aber Mýsla, die Haushälterin, hat etwas zum anziehen.

Die folgenden Bilder sind sehr spontan auf der Darkover-Con letztes Wochenende entstanden. Danke an Caldir für das sehr spontane Shooting.

Mýsla, die Maus
Mýsla, die Maus

Mýsla, die Maus

Den Schnitt zu der "Wiki-Schürze" habe ich von einer Reenactment-Seite einer kleinen "Familien-Gruppe" zu welcher der Link gerade nicht mehr auffindbar ist.
Darunter trage ich die ausgewaschene Römer-Tunika, welche in der Taille gerafft werden muss.
Der "Umhang" ist eine Penula aus meiner Zeit bei Musica Romana.
Die kleinen Fibeln an der Schürze sind auch römisch.
Der Brettchengewebte Gürtel ist ein Werk von Flidais.
Also ein ziemlicher Zeiten-und-Kulturen-Mix.
Mýsla ist halt nicht so up-to-date was Mode angeht und die Fibeln sind alte Erbstücke der Familie ;-) Aber das mit der "Mode" wird sich bei ihr bestimmt noch ändern, je länger sie sich in der Halle des Jarls aufhält.

Dienstag, 8. Mai 2012

Bild des Monats

Limestone statue of a female lyre-player in Greek dress

Diesen Monat mal wieder etwas ... altes

Statue of a female lyre-player, British Museum
Diese Statue hat mich damals 2008 im British Museum fasziniert. Vielleicht waren wir auch damals noch ziemlich von unserer Zeit bei „Musica Romana“ geprägt.
Zum einen zeigt diese Statue sehr detailreich Kleidung, Schmuck und Frisur der Frau – und führt uns zudem vor, wie eine Laute/ Lyra gehalten und gespielt wird. Sie hält sogar ein "Plektrum" in der Hand.

Die Bilder sind nicht besonders gut. Es war meine erste Erfahrung in großen Museen zu fotografieren und ich habe das fehlende Licht mit einer hohen ISO – Einstellung wett gemacht … was die Bilder sehr grisselig macht.


Link zur Seite über die Statue des British Museum


Statue of a female lyre-player, British Museum
Object types: statue
Materials: limestone
Production place: Made in Cyprus (Europe,Cyprus)
Place (findspot): Excavated/Findspot Larnaka (Europe,Cyprus,Larnaka (district),Larnaka (city))
Date: 300BC-280BC
Period/Culture: Hellenistic 

Description

Limestone statue of a female worshipper playing a lyre in Greek dress. She wears a chiton girded just below her breast, and a himation draped around her lower body and up over her head. Her hair is combed into segments and put up in a bun at the back in the classical 'melon' coiffure. Her features resemble those of Berenice I.

Dimensions
Height: 55.5 centimetres


Statue of a female lyre-player, British Museum

Statue of a female lyre-player, British Museum
Statue of a female lyre-player, British Museum

Statue of a female lyre-player, British Museum

Statue of a female lyre-player, British Museum

Noch mehr Bilder von dem Besuch im British Museum 2008 gibt es hier.

Samstag, 28. April 2012

Winterkleidung – Bliaut: Zwischenstand


Die Arbeit an der Winterkleidung, die nun endgültig ein Bliaut werden wird, macht kleine Fortschritte. Es sind viele Ideen in meinem Kopf, aber das „innere Trägheitsmoment“ wie man ein etwas Lethargisches Verhalten außerhalb des Berufs nennen kann, konnte bis heute nicht wirklich überwunden werden. Und es fehlte auch etwas Zeit.
Aber … heute ist das Wetter endlich gut, die Sonne scheint … und ich kann mich aufraffen, etwas zu tun. Auch wenn ich jetzt gerade doch wieder am Computer sitze und halt etwas schreibe.

In den letzten Wochen wurde u.a. Stoff für das Projekt gekauft und am Unterkleid begonnen.

Unterkleid

Schnittmuster: La Fleur de Lyse – Femmes du Moyen – Âge Roman
Stoff: 4 Meter fliederfarbener Baumwollsatin, der nach dem Waschen mal wieder seine glänzende Außenseite verloren hat.

Bliaut

Schnittmuster: Geplant ist der Schnitt aus „Patterns for Theatrical Costumes“
Stoff: letztes Wochenende mit Cho’s Unterstützung im Stoffoutlet in Wickrath erstanden:
6 Meter royalblaue Baumwolle feinköper.

Zwischenkleid / Cotte

Schnittmuster: unklar / wird wohl improvisiert; basierend auf dem Gemälde: CarlFerdinand Sohn: Die beiden Leonoren welches sich im LVR-Museum, Bonn befindet.
Stoff: Stoffgemisch, mit Gingostruktur, hellblau/bleige

  

Arbeitsstand

Bisher ist nur das Unterkleid in Arbeit. Derzeitiger Stand: fast zugeschnitten und probehalber zusammen gesteckt. Die Keile mache ich doppelt so breit, wie ich es aus der Anleitung verstanden habe. Aber vielleicht habe ich auch nicht begriffen, dass ich sie im Stoffbruch schneiden soll. Das war nicht wirklich erkennbar. Die Ärmel müssen noch zugeschnitten werden.

Der Stoff für Bliaut und Cotte sind gekurbelt und stecken in der Waschmaschine.

Bilder des Arbeitsstand und der Stoffe:






Nachtrag: 

Heutiges Tages-Ergebnis:
Dem Unterkleid fehlen nur noch Ärmel, Kragen und Saum.






Samstag, 14. April 2012

Worth & Mainbocher - online Exhibition

Facebook ist doch zu was gut, denn sonst würde ich über so manchen Link nicht stolpern ;-)

Dieses Mal wurde von Maggie vom "Costumer's Guide" der Link zu einer online-Exhibition des "Museum of the City of New York" gepostet. Für jemanden, der vorerst wohl nicht nach New York kommen wird, um sich die Kleider vor Ort anzusehen, eine gute Alternative.

MCNY - Photography: 
David Arky Photography


Collections of MCNY - Worth & Mainbrocher
An on-line exhibition featuring 119 stellar works by two masters of the haute couture – Charles Frederick Worth (1826-1925) and Mainbocher (Main Rousseau Bocher, 1891-1976) – and exploring the garments’ histories, details, and construction from the outside-in.